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Thomas Freiberger
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Podiums- und Publikumsdiskussion Freiberger - Gilad - Feldmann: Der große Pogrom, die „Kristallnacht“ in Krefeld
Michael Gilad, ehemaliger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Krefeld und Experte für die Geschichte des Krefelder Judentums, im Gespräch mit Dr. Thomas Freiberger und Irene Feldmann
Das Podiumsgespräch zwischen Michael Gilad, VHS-Direktor Dr. Thomas Freiberger und der Historikerin Irene Feldmann basiert auf einer der ersten Dokumentationen, die der Krefelder Widerstandskämpfer und Geschichtsforscher Aurel Billstein verfasst hat. Sie erschien Anfang der 70er Jahre in inzwischen längst vergriffener, preiswerter Paperback-Ausgabe, deren Titelblatt Aurel Billsteins Leitsatz verkündet: „Den Toten in ehrendem Angedenken, den Lebenden zur Mahnung!“ Dieser frühen Schrift folgten zahlreiche weitere grundlegende Publikationen zu Verfolgung und Widerstand in Krefeld und am Niederrhein während der NS-Zeit. Von Beginn an arbeitete Aurel Billstein eng mit der VVN-BdA und der damaligen Krefelder Jüdischen Gemeinde zusammen. Das Podiumsgespräch mit anschließender Publikumsdiskussion bildet zugleich den Schlusspunkt der Veranstaltungsfolge zu Aurel Billsteins 125. Geburtstag am 29. September 2026, die unter dem Dach der VHS Krefeld stattfindet. Und es versteht sich nicht zuletzt als Beitrag dreier Krefelder Institutionen (Michael Gilad ist durchaus als solche zu bezeichnen) zum diesjährigen Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938.
Film "Human Forever"
Der Dokumentarfim des Filmemachers Jonathan de Jong und des humanitären Aktivisten Teun Toebes wirft einen eindrucksvollen Blick auf den menschlichen Umgang mit Demenz. Teun ist erst 24 Jahre alt, kerngesund – lebt aber freiwillig im Pflegeheim und zwar in einem Wohnbereich für Menschen mit Demenz. Für den jungen Niederländer, selbst ausgebildeter Krankenpfleger, ist diese Wahl des Wohnorts eine Art teilnehmende Beobachtung. Drei Jahre lang reiste Teun an diverse Orte, um Menschen mit Demenz auf der ganzen Welt zu begegnen. Er wollte herausfinden, wie sie leben, was sie brauchen und vor allem wie man ihnen auf Augenhöhe begegnen kann.Seine Devise lautet: „Human Forever“.
Aufgrund beschränkter Plätze ist eine Anmeldung erforderlich.
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Erst in den letzten Jahren hat sich die historische Forschung intensiver mit der Thematik des weiblichen Widerstands während der NS-Zeit beschäftigt. Publikationen existieren etwa zu solch prominenten Gestalten wie Sophie Scholl, Hilde Coppi oder Elise Hampel, zu den Frauen aus dem Umfeld des Kreisauer Kreises und der Attentäter des 20. Juli 1944 wie Annedore Leber, Freya von Moltke oder Nina von Stauffenberg. Auch diverse Websites haben sich inzwischen des Themas angenommen, u.a. verantwortet von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Zu einigen der genannten Protagonistinnen wird der Vortrag ein biographisches Stichwort liefern. Im Vordergrund sollen jedoch Krefelder Frauen in Opposition und Widerstand gegen den Nationalsozialismus stehen – allen voran Paula Billstein als Frontfrau des kommunistischen Widerstands in Krefeld und die Krefelder Judenhelferin Anna Tervoort, eine der wenigen Deutschen, die als Gerechte unter den Völkern in der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem verewigt ist. Zu diskutieren bleibt schließlich die Frage, ob es ein spezifisch weibliches Aufbegehren gegen das NS-Regime gegeben hat – mit einem Wort: Leisteten Frauen anders Widerstand als Männer, aus anderen Motiven, mit anderen Mitteln, mit anderen Zielen und Konsequenzen?
Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jörg Baberowski
Alle reden von der Demokratie und ihrer Krise. Aber was meinen wir eigentlich, wenn wir von der Demokratie sprechen? Jörg Baberowski erinnert an ihre große Stärke: daß sie politische Gegner nicht zu Todfeinden werden lässt, weil auch der Unterlegene darauf hoffen darf, bei den nächsten Wahlen zu triumphieren. Eine Demokratie, die sich vor den Leidenschaften des Volkes fürchtet und den Raum des Politischen verengt, beraubt sich dieser Kraft. Wenn wir unsere Freiheit bewahren wollen, müssen wir die Souveränität über unsere Entscheidungen zurückgewinnen. Denn sonst werden die Anwälte der autoritären Ordnung leichtes Spiel haben, uns einzureden, daß die Diktatur die eigentliche Demokratie sei. Überall müssen diejenigen, die sich auf das Volk berufen, dem kritischen Blick derer standhalten, die sie vertreten wollen. Im Modell der Repräsentation ist der Populismus daher als Möglichkeit immer schon enthalten. Der laut vorgetragene Widerspruch aber ist nicht bloß eine unanständige Regung des «Pöbels», sondern ein Hinweis darauf, dass viele Menschen sich nicht gesehen und vertreten fühlen. Der Populismus ist ein Schmerzensschrei, der nach Aufmerksamkeit verlangt. In diesem Sinn ist er auch eine Belebung der Demokratie. Wer unbequeme Meinungen nicht hören will und sie pauschal ausgrenzt, beraubt die Demokratie ihrer größten Stärke: dass sie es uns erlaubt, auch im Streit mit anderen im Einklang zu sein. Wo politische Gegner einander das Existenzrecht absprechen, verwandelt sich der Andersdenkende in einen Unmenschen. Das wäre das Ende der Demokratie. So ist dieses Buch ein Versuch, es allen und keinem Recht zu machen und den Streit der Parteien als das zu erweisen, was er ist: der eigentliche Kern der Demokratie.