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125 Jahre Aurel Billstein - Widerstandskämpfer und Geschichtsforscher

„Zuweilen lässt es sich die Vergangenheit nicht gefallen, in Vergessenheit zu geraten. Es ist die eigene Vergangenheit selbst, die einem in die Rippen stößt und sagt: Ich bin noch nicht erledigt.“

(Aurel Billstein, 29.9.1901 – 12.2.1996)

 

Aurel Billstein, gelernter Schlosser, Gewerkschafter, Mitglied der KPD, Krefelder Stadtverordneter und Kandidat zum Preußischen Landtag, gab nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im Januar 1933 wie kein Zweiter dem antifaschistischen Widerstand in Krefeld Gesicht und Stimme. Er überlebte Konzentrationslager, Zuchthaus und Strafbataillon, kehrte nach Krefeld zurück und nahm in der jungen Bundesrepublik sein gewerkschaftliches und politisches Engagement wieder auf. Zur Berufung wurde für Aurel Billstein die Aufarbeitung und Dokumentation der lokalen und regionalen NS-Geschichte. Neben seiner umfangreichsten Publikation Der eine fällt, die andern rücken nach. Dokumente des Widerstandes und der Verfolgung in Krefeld 1933-1945 verfasste er zahlreiche akribisch recherchierte Einzelstudien. Die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld in der Villa Merländer entstand auf seine Initiative. Die Stadt Krefeld verlieh ihm das Stadtsiegel und die Ehrenbürgerschaft, 1991 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Die seit 1996 bestehende Gewerkschaftliche Geschichtswerkstatt Aurel Billstein bei der IG Metall Krefeld ist dem Andenken Aurel Billsteins, vor allem aber der Fortführung seines Lebenswerks verpflichtet. So wird auch die Veranstaltung zu seinem 125. Geburtstag von der Aurel Billstein Geschichtswerkstatt ausgerichtet, unterstützt von der Villa Merländer und der VHS Krefeld als ihren Kooperationspartnern. Ganz im Sinne des Jubilars soll dabei im Miteinander von historischem Rückblick und aktuellem Podiumsgespräch die Frage nach Bedeutung, Aufgabe und zeitgemäßen Formen des Erinnerns im Mittelpunkt stehen – auch und gerade vor dem Hintergrund gegenwärtiger politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.