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Lesung & Gespräch mit Kaleb Erdmann: "Die Ausweichschule"

In Kooperation mit dem Anderen Buchladen

Am letzten Tag der Abiturprüfungen im Jahr 2002 fallen Schüsse im Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Unser Erzähler erlebt diesen Tag als 11-Jähriger, wird mit seinen Mitschülern evakuiert und registriert in den folgenden Wochen die Hilflosigkeit der Erwachsenen im Angesicht dieser Tat. Mehr als zwanzig Jahre später bricht das Ereignis völlig unerwartet erneut in sein Leben ein und löst eine obsessive Beschäftigung mit dem Sujet aus, die in ein Romanprojekt mündet. Kaleb Erdmanns Reportageroman "Die Ausweichschule" ist ein Spiel mit Perspektiven, bei dem wir den Autor und Ich-Erzähler erleben, wie er seine Erinnerungen auf ihren Wahrheitsgehalt abklopft und reflektiert, ob er als Überlebender das Recht hat, über diesen Tag in der Kunstform des Romans zu schreiben.

 

Kaleb Erdmann, Jahrgang 1991, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, sowie Politikwissenschaften und Politische Theorie in München und Frankfurt am Main. Er war Finalist des open mike, wurde für sein Theaterstück "Unten" für den Retzhofer Dramapreis nominiert und war als Autor und Redakteur Teil verschiedener Fernseh- und Unterhaltungsformate. Sein erster Roman "wir sind pioniere" wurde mit dem Debütpreis der LitCologne ausgezeichnet. Erdmann schrieb für das Berliner Ensemble das Stück "Always Carrey On" über den Schauspieler Jim Carrey und gewann zuletzt für sein Theaterstück "Debritz", das am 24.6. am Karlsruher Staatstheater uraufgeführt wurde, den Kleist-Förderpreis für neue Dramatik 2026. An diesem Abend liest Erdmann aus "Die Ausweichschule" (Shortlist Deutscher Buchpreis 2025) und gibt im Gespräch mit Literaturwissenschaftlerin Christina Schulte u.a. Einblicke in seine Arbeitsprozesse als - wie er sich selbst nennt - Textproduzent.