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Geliebt, gehasst, kopiert - Auf den Spuren Thomas Bernhards anlässlich seines 95. Geburtstages

Kaum ein*e deutschsprachige*r Autor*in wurde so kontrovers diskutiert, rezipiert, verklärt und (um-)gedeutet wie der österreichische Dramatiker, Romancier, Grantler und ›Nestbeschmutzer‹ Thomas Bernhard – und das sowohl in der oft kritischen Öffentlichkeit wie auch in der Literatur selbst.

Der Vortrag präsentiert anlässlich Thomas Bernhards 95. Geburtstag Schlaglichter auf sein Schaffen von den frühen antiheimatliterarischen Erzählungen der 60er bis hin zu den Skandaltexten der 80er Jahre, aber auch Perspektiven auf die öffentliche Selbstinszenierung des Schriftstellers, die seine skandalträchtige Wirkung erst befeuerte. Ebenso nimmt der Vortrag diejenigen Werke in den Blick, die in den inzwischen mehr als 35 Jahren nach seinem Tod entstanden sind. Schließlich arbeitete sich eine Vielzahl von Kreativen und Schriftsteller:innen an Bernhards Stil, Themen und Leben ab: mal offen polemisch-kritisch, mal voller Verehrung, mal in Buchform, mal in Comicform, mal als Film, Ausstellung oder gar Twitter- oder Instagrambot – und machten ihn so zu einem unruhigen, grantigen Geist, der nach wie vor durch die Literatur spukt.

Der Referent ist Literaturwissenschaftler mit Schwerpunkt auf der Literatur der Gegenwart sowie Preisträger des Lehrpreises der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo er über Thomas Bernhard promoviert hat. Dr. Aust lehrt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld.