"Günstige Gelegenheiten" als Grabstätten staatsmännischer Klugheit: Die Suezkrise 1956
Reihe: Außenpolitische Desaster und was wir aus ihnen lernen können.
Die Suezkrise im Jahr 1956 gilt als die schwerste Nahostkrise in den 1950er Jahren des Kalten Krieges. Nicht nur das. Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, brachte sie die NATO an den Rand des Zusammenbruchs und sie veränderte die Machtstrukturen im Nahen Osten für alle Zeiten. Bemerkenswert ist dieses außenpolitische Desaster vor allem deshalb, weil sich diese Krise inmitten der wohl erfahrensten Riege außenpolitischer Staatsmänner der Nachkriegszeit abspielte. Am Beispiel der Suezkrise lässt sich studieren, was passiert, wenn außenpolitische Entscheidungsträger der Versuchung erliegen, komplexe Probleme mit Gewalt zu lösen, weil sie eine „günstige Gelegenheit“ wittern und alle Bedenken in den Wind schlagen.
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