Politik, Gesellschaft
„Daß die Dinge geschehen, ist Nichts: Daß sie gewußt werden ist alles.“ (Egon Fridell)
Hier finden Sie unsere Angebote zur politisch-historischen Bildung. Wir diskutieren mit Ihnen und Experten über die großen Themen der Politik, der Außen- und Sicherheitspolitik und der Zeitgeschichte. Aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz dieser Themen, sind unsere Angebote kostenfrei. Und sollten Sie ein Highlight verpasst haben, dann hören Sie doch einmal in unseren Podcast „WeiterDenken“ herein.
Kurse (19)
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Livestream - vhs.wissen live: Trump und die MAGA-Bewegung
"Gibt es einen Trumpismus ohne Trump?
Wie wird sich die MAGA-Bewegung angesichts der immer eklatanter werdenden Führungsschwäche des alternden Präsidenten weiterentwickeln?
Wie sieht es in der MAGA-Bewegung intern aus?
Der Vortrag zeichnet ein Innenbild der rivalisierenden Strömungen der trumpistischen Szene in den USA im Umfeld der anstehenden Zwischenwahlen und analysiert die Stärkeverhältnisse innerhalb der rechten Szene in den USA."
Michael Hochgeschwender lehrt Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Podiums- und Publikumsdiskussion Freiberger - Gilad - Feldmann: Der große Pogrom, die „Kristallnacht“ in Krefeld
Michael Gilad, ehemaliger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Krefeld und Experte für die Geschichte des Krefelder Judentums, im Gespräch mit Dr. Thomas Freiberger und Irene Feldmann
Das Podiumsgespräch zwischen Michael Gilad, VHS-Direktor Dr. Thomas Freiberger und der Historikerin Irene Feldmann basiert auf einer der ersten Dokumentationen, die der Krefelder Widerstandskämpfer und Geschichtsforscher Aurel Billstein verfasst hat. Sie erschien Anfang der 70er Jahre in inzwischen längst vergriffener, preiswerter Paperback-Ausgabe, deren Titelblatt Aurel Billsteins Leitsatz verkündet: „Den Toten in ehrendem Angedenken, den Lebenden zur Mahnung!“ Dieser frühen Schrift folgten zahlreiche weitere grundlegende Publikationen zu Verfolgung und Widerstand in Krefeld und am Niederrhein während der NS-Zeit. Von Beginn an arbeitete Aurel Billstein eng mit der VVN-BdA und der damaligen Krefelder Jüdischen Gemeinde zusammen. Das Podiumsgespräch mit anschließender Publikumsdiskussion bildet zugleich den Schlusspunkt der Veranstaltungsfolge zu Aurel Billsteins 125. Geburtstag am 29. September 2026, die unter dem Dach der VHS Krefeld stattfindet. Und es versteht sich nicht zuletzt als Beitrag dreier Krefelder Institutionen (Michael Gilad ist durchaus als solche zu bezeichnen) zum diesjährigen Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938.
NEU China heute – Was hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert? Neue Eindrücke und Erfahrungen. Die GDCF in Tianjin, Xuzhou und Hangzhou
Frau Prof. Klotz hat China und hier besonders auch die Stadt Tianjin seit 1999 nahezu jährlich besucht und die raschen Entwicklungen miterlebt. Als Professorin am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach und auch als Dekanin und als Prorektorin der Hochschule Niederrhein, später als Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal besuchte sie Universitäten in Tianjin, Shanghai, Peking, Hangzhou, Wuhan, Wuxi, Fudan und Hongkong. Aber auch Firmenbesuche standen meistens auf dem Besuchsplan. Für die GDCF Krefeld Niederrhein besuchte sie mehrmals die Stadt Hangzhou, die Zhejiang Sci-Tech University und auch die XueJun High School sowie die Wenlan Schule. Bei Ihren Reisen durch das Land konnte sie viele Einblicke in das Leben der Menschen gewinnen. Von Jahr zu Jahr veränderte sich China mit enormer Geschwindigkeit. Seit 2016 reist sie erstmals jetzt wieder im Oktober/November 2026 nach China und besucht die Städte Tianjin, Xuzhou und Hangzhou. Wie hat China sich verändert? Was gibt es Neues? Zehn Jahre sind eine lange Zeit!
Die Referentin Frau Professorin Dr. Marie-Louise Klotz ist promovierte Chemikerin mit dem Schwerpunkt Textil- und Polymerchemie, lehrte und forschte 15 Jahre an der Hochschule Niederrhein am Fachbereich Textil und Bekleidungstechnik in Mönchengladbach. Als Dekanin des Fachbereichs und als Prorektorin für Studium und Lehre konnte sie zahlreiche Entwicklungen für die Hochschule mit anstoßen. Ab 2009 übernahm sie als Gründungspräsidentin den Aufbau und die Entwicklung der Hochschule Rhein-Waal in Kleve und Kamp-Lintfort. Heute führt sie ihre seit dem Jahre 2000 ehrenamtliche Tätigkeit für die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld-Niederrhein e. V. weiter fort.
NEU Gemeinsam statt einsam – Wege zu mehr Begegnung und Unterstützung im Alter
Fühlen Sie sich manchmal allein oder kennen Sie jemanden, der sich im Alter zunehmend zurückzieht? Sie möchten etwas unternehmen, um im Alter nicht einsam zu werden oder sich ehrenamtlich engagieren? Einsamkeit kann viele Menschen treffen – ältere Menschen ebenso wie Angehörige, Freunde oder Nachbarn, die sich Sorgen um jemanden in ihrem Umfeld machen. In dieser Veranstaltung erfahren Sie, welche Auswirkungen Einsamkeit und soziale Isolation haben können und welche Möglichkeiten es gibt, wieder mehr Kontakt, Gemeinschaft und Unterstützung zu finden.Vier Expertinnen stellen praktische Hilfsangebote und lokale Unterstützungsmöglichkeiten vor. Sophia Nagelschmidt, klinische Geronto-Psychologin und Projektleiterin bei NRW Silbernetz e.V., präsentiert das Projekt „Silbernetz“. Das kostenfreie Telefonangebot bringt ältere Menschen mit Gesprächspartner in Kontakt und schafft so neue Möglichkeiten für Austausch und soziale Verbundenheit. Aline Wybranietz von Alzheimer NRW beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Demenz und sozialer Isolation. Dabei richtet sie den Blick insbesondere auf die Situation pflegender Angehöriger, die häufig selbst von Einsamkeit betroffen sind. Karin Tonn von der kommunalen Pflegeberatung und Ilka Mainka vom Seniorenbüro der Stadt Neukirchen-Vluyn zeigen auf, wie Einsamkeit vor Ort begegnet werden kann. Sie stellen Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements, der Nachbarschaftshilfe und weiterer Unterstützungsangebote vor. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten – insbesondere an ältere Menschen, Angehörige, Nachbarn, Ehrenamtliche und alle, die sich für mehr Miteinander und soziale Teilhabe einsetzen möchten. Selbstverständlich gibt es auch Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen.
KI verändert unsere Welt – Verstehen Sie die Chancen und Risiken!
Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie prägt unseren Alltag und wird die Arbeitswelt radikal verändern. Doch was bedeutet das für uns als Gesellschaft? Welche Jobs verschwinden, welche entstehen neu? Und wie weit kann die Entwicklung gehen – bis hin zur Superintelligenz, die den Menschen in allem übertreffen soll?
Dieser Kurs gibt eine Einführung wie KI funktioniert und was sich hinter Begriffen wie Machine Learning verbirgt. Er liefert einen spannenden Überblick über die wichtigsten Trends und Technologien - von Generativer KI über semi-humanoide Roboter bis hin zu Autonomem Fahren - deren erste Auswirkungen wir heute schon spüren können. Es wird ein Ausblick in die weitere Zukunft gewagt: Von allgemeiner Künstlicher Intelligenz über die technische Singularität zur Superintelligenz. - Was vor wenigen Jahren noch als Stoff aus Science Fiction Romanen erschien, scheint heute in greifbarer Nähe. Dieser Kurs möchte zeigen, was sich dahinter verbirgt; wie wahrscheinlich die Progonsen mancher Personen wirklich sind und wie man damit umgehen könnte.
Zum Dozent:
Seine Karriere im Internet begann in den frühen 1990er Jahren eher zufällig als Informatikstudent. Seitdem lässt ihn das Thema nicht mehr los. Seit 25 Jahren als IT-Berater tätig, hat er viele Entwicklungen aus nächster Nähe miterlebt und sich oft genug geärgert, warum ihm das nicht selbst eingefallen ist.
Film "Human Forever"
Der Dokumentarfim des Filmemachers Jonathan de Jong und des humanitären Aktivisten Teun Toebes wirft einen eindrucksvollen Blick auf den menschlichen Umgang mit Demenz. Teun ist erst 24 Jahre alt, kerngesund – lebt aber freiwillig im Pflegeheim und zwar in einem Wohnbereich für Menschen mit Demenz. Für den jungen Niederländer, selbst ausgebildeter Krankenpfleger, ist diese Wahl des Wohnorts eine Art teilnehmende Beobachtung. Drei Jahre lang reiste Teun an diverse Orte, um Menschen mit Demenz auf der ganzen Welt zu begegnen. Er wollte herausfinden, wie sie leben, was sie brauchen und vor allem wie man ihnen auf Augenhöhe begegnen kann.Seine Devise lautet: „Human Forever“.
Aufgrund beschränkter Plätze ist eine Anmeldung erforderlich.
KI vs. Natürliche Intelligenz: werden die Maschinen schlauer als wir?
Künstliche Intelligenz entwickelt sich in atemberaubendem Tempo. Im Silicon Valley ist man sich längst sicher: Der Mensch wird bald überholt. Andere halten das für maßlose Übertreibung und sehen in KI nicht mehr als ein raffiniertes Werkzeug. Wer hat recht? Vielleicht ist die spannendere Frage inzwischen eine andere: Wenn Maschinen scheinbar immer mehr „können“ – was ist dann eigentlich noch das Besondere an menschlicher Intelligenz? Worin liegt unser Vorsprung? Oder verlieren wir ihn gerade? An zwei Abenden gehen wir genau diesen Fragen nach: Wie leistungsfähig ist KI heute wirklich – und wo stößt sie an klare Grenzen? Welche Entwicklungen sind absehbar? Und was passiert, wenn wir unsere eigene Intelligenz nicht mehr als selbstverständlich überlegen betrachten können? Ein Kurs für alle, die nicht nur wissen wollen, was KI kann – sondern auch, was uns (noch?) einzigartig macht.
Livestream - vhs.wissen live: Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus.
Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert.
Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert.
Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht.
Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst
Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Davor forschte er u.a. an dem Institut für Zeitgeschichte, an der Harvard University, in Princeton, in Jerusalem und am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Ich engagiere mich! - Das Ehrenamt in Neukirchen-Vluyn stellt sich vor
Die VHS lädt zum Informationsabend über die Möglichkeiten von ehrenamtlichem Engagement in Neukirchen-Vluyn ein. Viele von uns hegen den Wunsch, sich außerhalb ihres beruflichen Lebens oder nach Eintritt in den Ruhestand ehrenamtlich zu engagieren. Doch oft fehlt es an Wissen über die Möglichkeiten, wie man dies tun kann. Die Veranstaltung wendet sich an alle Bürger*innen, die sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit interessieren, bisher aber noch wenige beziehungsweise keine Erfahrungen als Aktive gemacht haben. An diesem Abend stellen sich die Tafel Neukirchen-Vluyn, Klartext für Kinder e.V., die Grafschafter Diakonie, die evangelische Kirchengemeinde Neukirchen sowie die Klönbank vor. Des Weiteren erhalten Sie Informationen zum Versicherungsschutz und zur Ehrenamtskarte.
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Gemeinsam statt einsam – Wege zu mehr Begegnung und Unterstützung im Alter
Livestream - vhs.wissen live:Kunst im Ohr – Ein Livestream für alle Sinne 4
Von München nach Hamburg – vom Museum zu Ihnen!
Seien Sie dabei, wenn sich drei Freund*nnen und Freunde der Kunst zusammenfinden und über bedeutende Kunstwerke aus der Neuen Pinakothek in München und aus der Hamburger Kunsthalle austauschen.
Teil 4 der Reihe KUNST IM OHR.
Andrea Weniger leitet die Bildung und Vermittlung an der Hamburger Kunsthalle, Jochen Meister arbeitet an der Neuen Pinakothek in München. Beide sind Kunsthistoriker mit langjähriger Erfahrung in der Kunstvermittlung.
Claudia Böhme ist Historikerin und Expertin für kulturelle Angebote für Menschen mit Sehbehinderung.
In Kooperation mit der Neuen Pinakothek in München und der Hamburger Kunsthalle.
Sprache, die verbindet – Gewaltfreie Kommunikation als Grundlage gewaltfreien Widerstands
Was hat ein Gespräch mit Nachbarn mit Demokratieschutz zu tun? Mehr als man denkt. Dieser Abend lädt ein, zwei kraftvolle Konzepte des Friedens zu erkunden: die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg und die Idee der Sozialen Verteidigung" dem gewaltfreien Widerstand als Alternative zu militärischer Sicherheitspolitik. In Zeiten, in denen Demokratiebewegungen wie in Serbien oder auf deutschen Straßen Millionen Menschen mobilisieren, stellen sich drängende Fragen: Was befähigt Menschen, gewaltfrei Widerstand zu leisten? Wie bleibt man empathisch und standhaft zugleich? GFK gibt darauf Antworten - jenseits von Konfrontation und Kapitulation.Kris Beer ist systemische Mediatorin, Coach, Supervisorin, Deeskalationstrainerin und Trainerin auch für GFK mit über 10 Jahren Erfahrung in der Begleitung von Einzelpersonen, Paaren, Teams und Organisationen und Gründerin von "Dynamisch in die Zukunft".Nicht zuletzt wirkt sie seit 2018 in der Demokratiewerkstatt Krefeld auf regionaler, überregionaler, nationaler und in Zusammenarbeit mit dem Brachland Ensemble EU-weit.
Livestream - vhs.wissen live: Not am Mann. Die Erfindung toxischer Männlichkeit
Was passiert, wenn eine Gesellschaft aufhört, Männern Geschichten zu erzählen, in denen sie sich wiederfinden können?
In diesem Vortrag analysiert Eva Ladipo, wie Popkultur, Politik und Medien ein Vakuum hinterlassen haben, das rechte Influencer, toxische Männerforen und autoritäre Rollenvorbilder wie Trump oder Musk füllen.
Zwischen Kinoleinwand und Kommentarspalten, zwischen #MeToo und der AfD wird deutlich: Wer über Männlichkeit nicht spricht, überlässt das Feld denen, die sie am liebsten in Machtfantasien und Frauenhass konservieren möchten.
Eva Ladipo studierte Politische Wissenschaften in Cambridge und promovierte über das russische Steuersystem.
Die Journalistin arbeitete als Redakteurin, Ressortleiterin und Korrespondentin bei der FAZ, der Financial Times Deutschland, Vanity Fair, Financial Times und Die Welt.
Sie hat in Russland, Kolumbien und in den USA gearbeitet, bevor sie in Großbritannien gelandet ist. Bei Reclam ist 2026 das Buch „Not am Mann“ erschienen.
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Erst in den letzten Jahren hat sich die historische Forschung intensiver mit der Thematik des weiblichen Widerstands während der NS-Zeit beschäftigt. Publikationen existieren etwa zu solch prominenten Gestalten wie Sophie Scholl, Hilde Coppi oder Elise Hampel, zu den Frauen aus dem Umfeld des Kreisauer Kreises und der Attentäter des 20. Juli 1944 wie Annedore Leber, Freya von Moltke oder Nina von Stauffenberg. Auch diverse Websites haben sich inzwischen des Themas angenommen, u.a. verantwortet von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Zu einigen der genannten Protagonistinnen wird der Vortrag ein biographisches Stichwort liefern. Im Vordergrund sollen jedoch Krefelder Frauen in Opposition und Widerstand gegen den Nationalsozialismus stehen – allen voran Paula Billstein als Frontfrau des kommunistischen Widerstands in Krefeld und die Krefelder Judenhelferin Anna Tervoort, eine der wenigen Deutschen, die als Gerechte unter den Völkern in der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem verewigt ist. Zu diskutieren bleibt schließlich die Frage, ob es ein spezifisch weibliches Aufbegehren gegen das NS-Regime gegeben hat – mit einem Wort: Leisteten Frauen anders Widerstand als Männer, aus anderen Motiven, mit anderen Mitteln, mit anderen Zielen und Konsequenzen?
Livestream - vhs.wissen live: Gottes Zeit: Jüdische, christliche und pagane Zeitvorstellungen und Zeiterfahrungen in der Antike
War das Leben in der Antike gemütlicher oder gab es damals schon ähnlich viel Stress wie heute? In Judentum wie Christentum gab es Gruppen, die ein schreckliches Ende aller Weltzeit erwarteten.
Wie verbreitet waren solche apokalyptischen Zukunftsszenarien? Wie ging man im Alltag mit den konkurrierenden Zeitrechnungen um, beispielsweise religiös motivierten Zeitrechnungen und politischen Chronologien nach Kaisern oder Konsulen? Wie erfuhren Menschen ganz praktisch, was die Stunde geschlagen hatte und was hatte das alles mit Religion zu tun?
Antworten auf alle diese Fragen finden sich in einem größeren Buch, an dem Christoph Markschies arbeitet und dessen Inhalte er kurz gefasst vorstellt.
Christoph Markschies ist Professor für Antikes Christentum an der Humboldt-Universität zu Berlin und Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Er wurde u. a. mit dem Hanns-Lilje-Preis der Göttinger Akademie und dem Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet und gehört dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste an.
Livestream - vhs.wissen live: Die Bischofskirche von Ostia
Die Bischofskirche von Ostia, der Hafenstadt Roms, wurde von Konstantin dem Großen kurz nach der Legalisierung des Christentums gestiftet.
Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen konstantinischen Kirchenstiftungen ist diese Bischofskirche nie nachträglich überbaut worden,
so dass hier - einmalig für den Beginn der christlichen Sakralarchitektur - Aussehen und Gestaltung einer Kirche aus der Zeit zwischen 320 und 330 freigelegt werden können.
Seit 2023 wird die Anlage von den Universitäten Bonn und Köln gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom und in Kooperation mit der römischen Universität La Sapienza ausgegraben.
Im Vortrag werden die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen vorgestellt.
Sabine Feist lehrt Christliche Archäologie an der Universität Bonn
NEU China – Systemkonkurrent und Zerstörer der Weltordnung?
Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China gilt als der geopolitische Kernkonflikt im 21. Jahrhundert. Die Vereinigten Staaten wollen alleinige Weltmacht bleiben, China möchte zur Weltmacht gleichauf mit den USA aufsteigen. Konflikt scheint daher vorprogrammiert zu sein. Wird es notwendig zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen beiden kommen? Was die europäische und die deutsche Chinapolitik anbelangt, so gilt seit geraumer Zeit der Dreiklang „Kooperationspartner - ökonomischer Wettbewerber - systemischer Rivale“, wobei sich dies mittlerweile in Richtung "systemischer Rivale" verschoben habe. Gleichwohl wird auch von der EU und der Bundesregierung immer wieder betont, dass viele globale Probleme ohne
China nicht zu lösen sind. Dazu gehören Fragen der Folgen des Klimawandels, die Lösung gewaltsamer Konflikte in der Welt, der erneut wachsende Hunger in ärmeren Entwicklungsländern oder Pandemien.
Doch wie genau sehen die Konflikte zwischen dem sog. „Westen“ und China aus? Was sind Kernkonfliktpunkte? Was ist der Grund für die Zusammenarbeit zwischen China und Russland und könnte China bei der Lösung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraineeine Rolle spielen? Und wie steht es um die "Taiwanfrage"? Auf welcher Basis könnten die EU bzw. Deutschland zu einer Verständigung und zu Dialog mit China kommen? Auf diese und andere
aktuelle Fragen wird der Vortrag eingehen und genügend Zeit lassen für eine detaillierte Diskussion.
Der Referent:
Prof. em. Dr. Thomas Heberer ist Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas an der Universität Duisburg-Essen. Er beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit dem Land, hat lange in China gelebt und seit 1981 auf nahezu jährlicher Basis Feldforschung in allen Regionen Chinas betrieben. Er ist Autor von mehr als 70 Büchern in verschiedenen Sprachen und hat Bundes- und Ministerpräsidenten beratend nach China begleitet.
Livestream - vhs.wissen live: Schönheit der Astrophysik
Die Astronomie gehört zu den schönsten Wissenschaften überhaupt, weil wir mit ihr faszinierende und atemberaubend ästhetische Aufnahmen gewinnen.
Einen großen Anteil daran haben Weltraumteleskope wie Hubble oder neuerdings James Webb. Doch auch andere Instrumente und Methoden der Astrophysik liefern Bilder, die einen große Reiz ausüben.
Dr. Andreas Müller entführt sein Publikum in die Magie der astronomischen Aufnahmen und tritt den Beweis an:
Die Schönheit der Bilder wird noch tiefer empfunden, wenn man sie mit etwas mehr wissenschaftlichem Hintergrundwissen betrachtet.
Andreas Müller ist Astrophysiker und Chefredakteur von „Sterne und Weltraum“
Livestream - vhs.wissen live: Die Frage von Krieg und Frieden im Völkerrecht
Im ersten Teil wird die Grundnorm der seit 1945 geltenden Völkerrechtsordnung, das Verbot der Anwendung militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen, vor ihrem historischen Hintergrund und in ihrem heute maßgeblichen systematischen Zusammenhang entfaltet.
Im zweiten Teil werden die aktuellen politischen Herausforderungen des Völkerrechts der Friedenssicherung und dessen denkbare Zukunftsperspektiven in den Blick genommen.
Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur Diskussion.
Claus Kreß ist Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Universität zu Köln.
2019 wurde er zum Richter ad hoc am Internationalen Gerichtshof in Den Haag ernannt.
Seit 2021 ist er Sonderberater des Anklägers des Internationalen Strafgerichtshofs zum Verbrechen der Aggression.
Er ist Mitglied der Leopoldina und Life Member des Clare Hall College der Universität Cambridge.
Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jörg Baberowski
Alle reden von der Demokratie und ihrer Krise. Aber was meinen wir eigentlich, wenn wir von der Demokratie sprechen? Jörg Baberowski erinnert an ihre große Stärke: daß sie politische Gegner nicht zu Todfeinden werden lässt, weil auch der Unterlegene darauf hoffen darf, bei den nächsten Wahlen zu triumphieren. Eine Demokratie, die sich vor den Leidenschaften des Volkes fürchtet und den Raum des Politischen verengt, beraubt sich dieser Kraft. Wenn wir unsere Freiheit bewahren wollen, müssen wir die Souveränität über unsere Entscheidungen zurückgewinnen. Denn sonst werden die Anwälte der autoritären Ordnung leichtes Spiel haben, uns einzureden, daß die Diktatur die eigentliche Demokratie sei. Überall müssen diejenigen, die sich auf das Volk berufen, dem kritischen Blick derer standhalten, die sie vertreten wollen. Im Modell der Repräsentation ist der Populismus daher als Möglichkeit immer schon enthalten. Der laut vorgetragene Widerspruch aber ist nicht bloß eine unanständige Regung des «Pöbels», sondern ein Hinweis darauf, dass viele Menschen sich nicht gesehen und vertreten fühlen. Der Populismus ist ein Schmerzensschrei, der nach Aufmerksamkeit verlangt. In diesem Sinn ist er auch eine Belebung der Demokratie. Wer unbequeme Meinungen nicht hören will und sie pauschal ausgrenzt, beraubt die Demokratie ihrer größten Stärke: dass sie es uns erlaubt, auch im Streit mit anderen im Einklang zu sein. Wo politische Gegner einander das Existenzrecht absprechen, verwandelt sich der Andersdenkende in einen Unmenschen. Das wäre das Ende der Demokratie. So ist dieses Buch ein Versuch, es allen und keinem Recht zu machen und den Streit der Parteien als das zu erweisen, was er ist: der eigentliche Kern der Demokratie.