Literaturwissenschaft
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Vortrag: "Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar"- Ingeborg Bachmann zum 100. Geburtstag
Ingeborg Bachmann (1926 – 1973) wurde als „Shooting-Star“ der Nachkriegsliteratur bekannt. Schon früh erhielt sie den begehrten Preis der legendären Gruppe 47, in der sich die jungen Schriftsteller der Nachkriegsliteratur versammelten. Veröffentlichte sie in den 50er Jahren vornehmlich Lyrik und Hörspiele, ging sie später zu Erzählungen und einem Roman über. Biografische Erfahrungen aus Krieg und Faschismus flossen ebenso in ihr Werk ein wie Kulturkritik und Existenzfragen des Menschseins, wobei ihre Sprache durch Kunstfertigkeit und Schönheit besticht. Die Österreicherin führte ein unstetes und materiell ungesichertes Dichterleben zwischen dem deutschsprachigen Raum und Italien. Der Freiheit ihrer Persönlichkeit und dem Qualitätsanspruch ihrer Dichtung galten ihre Maßstäbe. Der Vortrag führt in Leben und Werk der Autorin ein, die auch heute noch ihre Leser fasziniert.
Vortrag: Geliebt, gehasst, kopiert - Auf den Spuren Thomas Bernhards anlässlich seines 95. Geburtstages
Kaum ein*e deutschsprachige*r Autor*in wurde so kontrovers diskutiert, rezipiert, verklärt und (um-)gedeutet wie der österreichische Dramatiker, Romancier, Grantler und ›Nestbeschmutzer‹ Thomas Bernhard – und das sowohl in der oft kritischen Öffentlichkeit wie auch in der Literatur selbst.
Der Vortrag präsentiert anlässlich Thomas Bernhards 95. Geburtstag Schlaglichter auf sein Schaffen von den frühen antiheimatliterarischen Erzählungen der 60er bis hin zu den Skandaltexten der 80er Jahre, aber auch Perspektiven auf die öffentliche Selbstinszenierung des Schriftstellers, die seine skandalträchtige Wirkung erst befeuerte. Ebenso nimmt der Vortrag diejenigen Werke in den Blick, die in den inzwischen mehr als 35 Jahren nach seinem Tod entstanden sind. Schließlich arbeitete sich eine Vielzahl von Kreativen und Schriftsteller:innen an Bernhards Stil, Themen und Leben ab: mal offen polemisch-kritisch, mal voller Verehrung, mal in Buchform, mal in Comicform, mal als Film, Ausstellung oder gar Twitter- oder Instagrambot – und machten ihn so zu einem unruhigen, grantigen Geist, der nach wie vor durch die Literatur spukt.
Der Referent ist Literaturwissenschaftler mit Schwerpunkt auf der Literatur der Gegenwart sowie Preisträger des Lehrpreises der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo er über Thomas Bernhard promoviert hat. Dr. Aust lehrt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld.
Vortrag: Zugänge zur Lyrik von Goethe bis Grünbein
Lyrik begleitet uns ein Leben lang – vom Kinderreim über Weihnachtsgedichte bis zur poetischen Todesanzeige. Trotzdem scheuen viele Menschen vor einer eingehenden Beschäftigung mit Gedichten zurück – oftmals aufgrund schlechter Erfahrungen mit Gedichtinterpretationen in der Schule. Aber es lohnt unbedingt, sich auf Lyrik einzulassen. „Herz, mein Herz, was soll das geben?“ Wie schafft es Goethe, dass uns dieser Gedichtanfang mit Schwung mitnimmt und Neugierde auf die nächsten Verse weckt? Die ersten lyrischen Texte waren Zaubersprüche. Gute Gedichte versprühen auch heute noch Magie. Wie aber gelingt es den Dichter*innen, Form und Inhalt auf eindrucksvolle Weise zu gestalten? Was macht Liebeslyrik, Naturlyrik, Großstadtlyrik oder politische Lyrik aus? Und wie findet man Zugang zu vermeintlich hermetischen Texten? Im Vortrag werden zahlreiche Gedichte aus unterschiedlichen Epochen von der Klassik bis zur aktuellen Lyrik der Gegenwart eingehend kommentiert und interpretiert. Dadurch eröffnet der Vortrag vielfältige Zugänge zur Lyrik und zeigt, welchen Gewinn wir als Leser*in oder Zuhörer*in daraus ziehen können. Denn Gedichte sind ein „Reiseführer, der beste, beim Exodus aus der menschlichen Nacht“ (Durs Grünbein). Henning Heske hat selbst Lyrikbände veröffentlicht, Aufsätze zur Lyrik verfasst und interpretiert seit über 20 Jahren Gedichte in der Frankfurter Anthologie der FAZ.