Architektur
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Rundgang durch die Ter-Meer-Siedlung und der Wohnungsbau in Uerdingen
Die Ter-Meer-Siedlung in Krefeld-Uerdingen zählt zu den bemerkenswertesten Wohnsiedlungen der frühen Moderne im Rheinland. Im Rahmen einer kulturhistorischen Exkursion erhalten Interessierte die Gelegenheit, dieses einzigartige Ensemble und seine spannende Entstehungsgeschichte näher kennenzulernen. Die in den 1920er Jahren entstandene Siedlung am Uerdinger Stadtpark vereint auf eindrucksvolle Weise die Ideen der Gartenstadtbewegung, der Frankfurter Schule, des Deutschen Werkbundes und des Neuen Bauens. Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk, das die Aufbruchsstimmung und den Gestaltungswillen der jungen Bauhauszeit widerspiegelt. Der Fabrikant Edmund Ter Meer ließ ab 1921 für die Arbeiter und Angestellten seiner Farbenwerke mehr als 70 Häuser mit über 100 Wohnungen errichten. Die architektonisch und städtebaulich herausragende Anlage steht seit 1994 vollständig unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Zeugnis des sozialen Wohnungsbaus und moderner Architekturkonzepte des frühen 20. Jahrhunderts. Die Führung beleuchtet nicht nur die Ter-Meer-Siedlung selbst, sondern auch die Entwicklung der angrenzenden Uerdinger Neustadt. Als erste Häuser der neuen Planstadt entstanden bereits ab 1900 die Wohngebäude zwischen Ahorn-, Konrad- und Ter-Meer-Straße. Zudem werden die Arbeiterwohnhäuser an der Topsstraße vorgestellt, die 1921 von den Eigentümern der damaligen Waggonfabrik – dem heutigen Siemens-Standort – errichtet wurden.
Rundgang: Belgierviertel und Biebricher Bauten am Neuer Weg
Im Mittelpunkt dieser Führung, geleitet von Kunsthistoriker Dr. Werner Schmidt, steht die Wohnsiedlung Belgierviertel, die in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg entstanden und bis heute zu den attraktivsten Wohnlagen der Stadt zählt.
Die Führung beleuchtet die Entstehungsgeschichte eines Viertels, das eng mit der belgischen Besatzungszeit am Niederrhein verbunden ist. Als Krefeld nach dem Ersten Weltkrieg Wohnraum für belgische Militärangehörige bereitstellen musste, entstand zwischen der Von-Steuben-Straße und Neuer Weg ein hochwertig gestaltetes Wohngebiet. Mit der Planung wurde der Krefelder Architekt Franz Lohrscheidt beauftragt, der hier bis 1926 ein städtebaulich anspruchsvolles Ensemble von Offizierswohnungen schuf. Gleichzeitig entwickelte sich auch das Umfeld weiter: Am Neuen Weg entstanden nach Entwürfen des Architekten August Biebricher zahlreiche Siedlungshäuser, die den Charakter des Viertels bis heute mitbestimmen. Beide Architekten gehörten in den 1920er-Jahren zu den wichtigsten Gestaltern Krefelds und hinterließen ein architektonisches Erbe, das noch immer das Stadtbild prägt. Die Führung lädt dazu ein, die historischen Hintergründe, architektonischen Besonderheiten und städtebaulichen Ideen dieser Epoche kennenzulernen.